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ago in SoSci Survey (dt.) by s318290 (110 points)

Hintergrund: Ich habe in meinem Fragebogen Fragen (Multiple Choice & Selection), die teilweise nur "Weiß ich nicht", teilweise nur "Trifft nicht zu" und teilweise beide als Ausweichoptionen haben.

Problem: Wenn ich "Weiß ich nicht" oder "Trifft nicht zu" jeweils als einzige Ausweichoption eintrage, werden diese jeweils mit -1 kodiert. Bei Fragen mit beiden Optionen wird eines von beiden (bei mir: "Trifft nicht zu") mit -2 kodiert.

Fragen:

  1. Gibt es eine Möglichkeit, die Kodierung manuell festzulegen, damit die Codes über alle Fragen hinweg konsistent sind ("Weiß ich nicht" = -1; "Trifft nicht zu" = -2)?
  2. Was wäre ansonsten die beste Lösung?

Potentielle Lösungsansätze, die mir einfallen:

  1. "Weiß ich nicht" als normale Antwortoption (nicht als Ausweichoption) einstellen und nur "Trifft nicht zu" als Ausweichoption nutzen. Problem: Bei Multiple-Choice-Fragen wäre "Weiß ich nicht" dann nicht exklusiv und könnte zusammen mit anderen Optionen angekreuzt werden.

  2. Bei Fragen ohne Option "Weiß ich nicht" ein Leerzeichen als erste Ausweichoption eintragen, sodass "Trifft nicht zu" als zweite Ausweichoption mit -2 kodiert wird. Das führt dazu, dass den Teilnehmenden nur die Ausweichoption "Trifft nicht zu" (-2) angezeigt wird. Problem: Die Option mit Leerzeichen wird den Teilnehmenden zwar nicht angezeigt und ist somit nicht auswählbar (was ja im Grunde mein Ziel ist), aber ich bin unsicher, ob dies zu Problemen im Datensatz führen könnte.

  3. Die Codes nach dem Datenexport manuell umkodieren.

1 Answer

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ago by SoSci Survey (370k points)

Bitte halten sie zunächst kurz inne und überlegen Sie, ob Sie diese "Optimierung" wirklich benötigen. In den allermeisten Fällen werden die Daten "fehlender Daten" ohnehin nicht ausgewertet. Haben Sie Hypothesen dazu?

Wenn Sie die Daten wirklich brauchen, dann gibt es einen Trick: Tragen Sie für -1 "Trifft nicht zu" (oder ein Leerzeichen) ein und für -2 auch "Trifft nicht zu" und löschen Sie dann den Inhalte bei -1. Dann bleibt nur die Option -2 verfügbar.

Die Option mit Leerzeichen wird den Teilnehmenden zwar nicht angezeigt und ist somit nicht auswählbar (was ja im Grunde mein Ziel ist), aber ich bin unsicher, ob dies zu Problemen im Datensatz führen könnte.

Nein, es sind keine Probleme zu erwarten. Bei einem Leerzeichen war ich nicht 100%ig sicher, ob dieses auch als "nicht vergeben" interpretiert wird, aber bei gar keiner Angabe ist das definitiv so.

ago by s318290 (110 points)
Herzlichen Dank für die Antwort!

Ich vermute, dass es in meinem Fall relevant sein könnte - ich weiß nicht, ob ich es verständlich genug erläutern kann, einen Versuch ist es wert:

Da es im Fragebogen um die Einschätzung des Nutzungsverhaltens einer anderen Person geht, erscheint es mir wichtig, "weiß ich nicht" von "trifft nicht zu" unterscheiden zu können.

In einem Unterfragebogen gibt es zu Beginn eine Selection Frage (Q1): "Ja"/"Nein"/"Weiß ich nicht". Die nachfolgenden Fragen (z. B. Q2 bis Q10) werden alle unabhängig von der Q1 Antwort angezeigt, obwohl sie sich inhaltlich auf diese beziehen - es wird also kein Filter eingesetzt (So hatte ich es ursprünglich geplant, jedoch möchte mein Betreuer es anders umsetzen).

Die zweite Frage (Q2) beginnt mit "Wenn nein, warum (...)", erfragt also die Gründe für das verneinen der Q1. Personen, die bei Q1 "Ja" ausgewählt haben, werden hier definitiv mit "trifft nicht zu" antworten.

Danach folgen mehrere Fragen, die genauere Details abfragen sollen, wenn Personen bei Q1 "Ja" ausgewählt haben. Aber: Personen, die bei Q1 "Nein" ausgewählt haben, sollen hier nicht gezwungen sein, "trifft nicht zu" auszuwählen (daher kein Filter).
Es soll somit sichergestellt werden, dass Personen, die bei Q1 "Nein" ausgewählt haben, bei den nachfolgenden Detailfragen dennoch inhaltliche Angaben machen können, falls sie ihre Einschätzung revidieren ('Oh, das trifft ja doch zu, ich hätte Q1 mit Ja beantworten müssen/können'). Gleichzeitig sollen sie aber auch "trifft nicht zu" auswählen können, wenn sie bei ihrer Verneinung bleiben. Somit sollen alle Personen unabhängig von der Q1 Antwort "trifft nicht zu" und "weiß ich nicht" auswählen können.
ago by SoSci Survey (370k points)
Ein entscheidender Punkt für gute Fragebögen ist ja, dass man vor Start der Erhebung schon weiß, welche Auswertungen man rechnet - denn daraus ergibt sich, wie detailliert und sorgfältig man welches Konstrukt messen muss. Wenn man die Daten erstmal erhoben hat, ist es zu spät, das zu korrigieren.

> erscheint es mir wichtig, "weiß ich nicht" von "trifft nicht zu" unterscheiden zu können

Demnach ist die Frage: Werden Sie den Unterschied auswerten oder nicht? Bei welchen Variablen genau? Und ob Sie dann -1 oder -2 in den Daten stehen haben ... das ist dann wahrscheinlich eher eine Frage, welche ggf. die Auswertung vereinfacht.

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